Samstag, 22. Dezember 2012

Mein Platz

Unser Haus bietet ausreichend Platz für die gesamte Familie.
Jeder der fünf Köpfe hat ein eigenes Zimmer und selbst unser Sofa bietet genügend Platz.
Tief genug das drei Personen darauf schlafen könnten. Groß genug, dass sechs Erwachsene darauf sitzen können.
Aber zu klein in der Pubertär.
Zwei pubertierende Kids reicht es nicht aus dort ohne Streit zu lümmeln. Ein Erwachsener passt dann gerade noch dazwischen.
Wenn sich aber noch der große Bruder dazugesellt und bemerkt, sein altes Revier ist verteilt worden, dann wird es eng.
Dann bleibt für mich kein Platz.

Die Kids wollen einen Film anschauen, deshalb essen wir nebenher.
"Macht Platz für euren Vater" gibt Rose vor.
Nachdem sich aber keines der Kids bewegt gebe ich bei:
"Ich brauche keinen. Ich stehe sowieso immer wieder auf. Muss mich doch um die Pizzen kümmern."
Alles frisch gemacht. Die Pizzasosse, den Teig. Und jede kommt einzeln auf den Pizzastein. Die Arbeit lohnt.
Der Geschmack entschädigt dafür, dass ich Rose die Haare nicht waschen konnte.

Ein paar Minuten später stelle ich die erste Pizza auf den Tisch. Jeder nimmt sich ein Stück und alle sind sich einig:
"Schmeckt gut."
Ich schaue Rose an.
Sie schaut zu mir herab.
Ein Strahlen erscheint auf ihrem Gesicht, dann lacht sie los.
"So ist es gut."
"Ja" sage ich.
Und Rose kann in in meinen Augen die ganze Antwort sehen:
'Ja Herrin.'

Ich knie zu ihren Füssen.
Wir leben ihre Dominanz und alle Kids sind da. Keiner merkt's, uns gefällt's.
Ein paar Minuten bis zur nächsten Pizza. Ich bleibe bei ihr, lege meinen Kopf in ihren Schoss und schaue von dort aus den Film. Bei den Kids habe ich keinen Platz und so streichelt mir Rose zärtlich durchs Haar.
Die Kids sind froh, dass ich am Boden bleibe. Sie beachten uns nicht, achten nur darauf was der andere sich nimmt.
Mehr Trinken, mehr Pizza oder mehr Platz.
Pubertät - Revierstreitigkeiten. Der Kampf um die Hierarchie.
Rose und ich sind froh.
Die Herrschaft bei uns ist geregelt. Und so lange die Kids sich um sich kümmern haben wir genug Zeit für uns.

Im Ganzen ein schöner Fernsehabend für alle.

Ich habe meinen Platz gefunden.


Vom Rosenzüchtling


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