Samstag, 21. Dezember 2013

Auslauf

Inzwischen sind Stunden vergangen, in denen Rose und ich in komplett verschiedenen Welten verweilten.
Doch noch immer wirkt es bei mir nach.

Hatte ich es bisher kaum geschafft, die Eindrücke vom letzten Sonntag hinter mich zu bringen so setzte Rose gestern Nacht genau an dieser Stelle erneut an.
Mit beeindruckendem Erfolg:
Ich laufe aus.

Schon morgens bei der Rasur steht ER stramm und als ER kurz danach SEIN Köpfchen senkt hängt an erstes Tröpfchen daran.
Gleich darauf lenke ich mich in der Küche ab, bereite Croissants für das Frühstück zu, denke dabei kurz. Der Teig in der Hand ist zwar kalt, doch fluffig weich. Mit dünner Mehlschicht bedeckt ist er samtig zart und sofort kommen Erinnerungen auf, wie meine Finger über Roses Haut gleiten, den Widerstand darunter spüren, die weiche Haut, das feste Fleisch und wie das Stöhnen aus ihrem Mund entweicht.
Leider endet hier die Vergleichbarkeit. Die Luft strömt aus, der Teig sinkt ein. Zeit ihn auf Dicke auszuwellen.
Und während ich so den Teig breitrolle wird es kalt. Erst am Schenkel, gleich drauf am Fuß. Ein dicker Tropfen hat sich abgeseilt. Als silberner Streifen hinterließ er auf dem Schenkel seine Spur und auf meinem Spann ruht ein großer Tropfen.

ER scheint im Moment keine Ruhe zu finden. Immer wieder steht ER auf, streckt plagend den Kopf: Wann bekomme ich was? Da Rose schläft und ER von mir nichts bekommt senkt ER enttäuscht den Kopf und heult.
PITSCH
Wieder trifft ein Tropfen auf dem Boden auf, sabbernd durchs Haus laufend finde ich auf den Rückwegen immer wieder Spuren SEINER Sehnsucht auf dem Parkett. Um wieviel einfacher es wohl ist, IHM einfach etwas überzuziehen? Ein Tropfstopp, Tropfenfänger, Sammeltopf?

Ob gewollt oder nicht.
Rose hat mich sehr gut eingestellt. Nur aus dem Kopf, aus SEINEM wohlgemerkt kommt alles empor. SEIN Sehnsucht, SEIN Tropfen, SEINE Aufrichtigkeit. ER lässt mich kaum schlafen und weckt mich früh.
ER ist es, der im Moment meinen Körper dirigiert.
Und Rose diejenige, die über IHN bestimmt.

Wie mächtig ist doch die Frau, die begreift an welcher Stelle das Unterbewusstsein es Mannes sitzt.
Es ist das herausragender Körperteil.
Das wir so weit wie möglich von unserem Körper wegbringen wollen um es in die Hand unserer Lady zu legen.
Ein kleiner Griff reicht, dann besitzt sie die ungeteilte Aufmerksamkeit.

PITSCH
Ich laufe aus.




Vom Rosenzüchtling



Keine Kommentare:

Kommentar posten