Samstag, 10. März 2012

Diabolisch

Samstag morgen, ich bringe das Frühstück ans Bett. Es folgt das immer gleiche Ritual.
Tablett abstellen, ausziehen, Rolladen öffnen und Rose wach kuscheln.

Oh, heute ist sie schon wach, wartet auf mich.
Ihre Hand greift hinter mich, legt sich auf meine Backe, streicht ein, zwei Mal darüber und ihre Fingernägel dringen zart in die Haut. Überflüssig zu erwähnen, dass ER vollauf begeistert ist und gegen meine Schenkel drückt.
Ich lasse IHN nach vorne, lege IHN an Rose, lege meine Hand auf ihre Muschel und beginne sie zu nehmen. Imaginär.
Ich drücke ich IHN gegen sie, rhythmisch, weich. Sanft presse ich mit der Hand gegen die Muschel, ziehe Rose mir entgegen, zu IHM. 
Es ist schön, was geschieht. SEIN Verlangen nach mehr, ihr eigenes Geben. Rose lässt mich gewähren, erlaubt mein tun, genießt selbst den Druck auf die Muschel, sein Pochen an ihr.

Ich bemerke die Punkte. Sie steigen auf, eilen heran. Zu schnell, zu viel und so falsch.
So mag ich es nicht. So will ich ihr geben, doch selbst so nicht kommen.
Zu wertvoll ist es mir geworden, als dass ich mich nur an ihr reiben will und kommen.

"Was ist, warum machst du nicht weiter", fragt mich ihre ruhige Stimme als ich stoppe, meine Lende von ihr entferne.
"Ich muss stoppen."
"Schade, es war so gut."
Enttäuscht über mich, ihr etwas Gutes zu verweigern, besser gesagt abzubrechen fange ich wieder an. Genug Zeit ist ja schon vergangen.
"Warum willst du nicht kommen?" 
"Es gefällt mir nicht."
"Oh."
'Ja Oh. Du siehst, ich will mich nicht mehr an dir reiben.'
"Schön, dann habe ich endliche eine Strafe für dich."
'Bescheuerte Strafe.'
Genau so bescheuert, wie die erste Strafe, die sie entdeckt hatte.

Es gibt Dinge, die bringen mir nichts mehr. Die mag ich nicht mehr haben.
Will sie nicht mehr, deshalb sind es nun meine Strafen.
Ich werde alles tun, um eben nicht bestraft werden zu müssen.
Und das genau hat eine schlimme Strafe auch so für sich.

"Was ist eigentlich mit deinem Päckchen, wo hast du das den hin?"
Mein Päckchen. Der Grund, warum ich genau wusste, dass Rose nichts mit Strom bestellt hatte. Durfte ich doch genau das selber tun.
"Wo ist denn das Stromzauberkästchen?"


"In meinem Nachttisch."
"Lass es ruhig da. Wir werden es nachher testen."
10.
Hart und schmerzhaft.
"Gleich nach dem Frühstück."
Ich kniete mich neben sie, fing an, ihr Brot zu bestreichen.
"Ah, da freut sich ja einer richtig darauf. So wie der aussieht tut der sicher schon weh."
Wie wahr.
"Weißt du, was ich nie machen könnte? Ich könnte nie so ein Prachtstück verkommen lassen. So dick und prall und dann eine Tüte Tiefkühlerbsen drauf. Welche Verschwendung."


Noch während wir frühstücken entschied Rose um.
"Wir machen das erst heute Mittag. Sonst wird es zu knapp."
'Puh, Glück gehabt.'
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und mir ist es so viel lieber. Die Zeit ist knapp und wir haben noch einiges zu erledigen, bis die Herrin ihren Termin hat. Jetzt in der Hektik schnell etwas probieren und dann unberührt stehen zu bleiben wollte ich nicht.
Das freue ich mich doch lieber auf den Nachmittag und auf die wenige Zeit, die Rose heute zum Spielen bleibt.

"Aber wir probieren das heute auf alle Fälle noch aus. Ich will es wissen."
Hmmm, was wissen, wie es funktioniert? Wohl eher nicht.
Ob es funktioniert? Ganz sicher.
Was mich interessiert ist nur eins: Stehen gelassen oder Ruiniert?

"Du weißt, dass ich dich damit kommen lasse?"
"Ich hoffe es."
"Ich freue mich schon diabolisch darauf!"
'Rose, mich freut es auch. Aber noch mehr, welche Vorfreude du dafür entwickelt hast.'
"Ich werde einfach nur daneben liegen und zusehen.
Ich werde nichts tun. Keine Belastung für den Arm oder die Hand."
'Kein Grund für mich, dich zu massieren?' Schade!
"Hach, ich werde einfach nur zuschauen."

So wie ich das Gerät einschätze, ich auch.




Freitag, 9. März 2012

Telefonqualen

Bin auf dem Heimweg, weg von der Firma, weg vom Problem.
Nur noch Heim zu ihr.

Etwas quält mich. Da ist noch was, ich hab was vergessen.
Dann fällt es mir ein, wichtig für Morgen, für die Arbeit und das Problem.
Ich rufe an, kläre es ab und es geht.
Und wie es so ist, ergibt sich das Eine, dann das Andere.
Ich stehe vor der Türe, spreche noch lange und Rose fordert mich herein.

Noch telefoniere ich, als Rose mich packt, in die Küche zieht und gegen die Anrichte drückt.
Ich sehe das Funkeln in ihren Augen, heute noch mehr als vor wenigen Tagen. Da hatte sie mich ärgern wollen und reizen und zum Stehen bringen. Stöhnen am Telefon, beherrschen beim Kollegen.
Da kannte sie meinen Post noch nicht, hatte nur den halben Spaß daran.

Und heute wird es anders werden. Sie wird in die Vollen gehen, mich reizen und quälen bis ich nicht mehr kann, mich Verraten oder Stöhne.
Das halte ich nicht aus. Nicht heute. Nicht gleich nach der Arbeit. Und nicht beim gleichen Kollegen.

"Also, dann Rest dann morgen", beende ich schnell das Gespräch.

Ich bin mir sicher, hier das Richtige getan zu haben.
Ich will noch nicht raus.


Vom Rosenzüchtling