Samstag, 30. März 2013

Stehen bleiben

Als ob es dazu noch etwas braucht...
Nach dem Frühstück liege ich im Bett und Rose kommt aus dem Bad dazu. Die Füße übereinander geschlagen und IHN nach hinten geklemmt warte ich auf sie.
Über uns hängt der Klimt, der Blick von Unten hinauf offenbart eine ganz andere Sicht, eine neue Frau erscheint.
"Hier das schwarze Haar... und hier sieht man das Gesicht."
"Ja, ich seh's."
Rose schmiegt sich an und legt die Hand in meinen Schritt.
"Ob, das fühlt sich aber... krass an" meint sie, als ihre Finger über den straffen Hügel streichen, der sich ergibt wenn Klein rz nach hinten geklemmt den Platz über sich frei gibt.

Ihr Finger streifen hinab, zwängen sich zwischen meine Schenkel, drängen sie auf, packen mein linkes Bein, legen es hoch und Jumping-rz springt heraus.
"So ist's fein" meint die Herrin und zieht ihre Fingernägel von Knie zu IHM hinauf.
Was für ein Schmerz. Sofort spüre ich das Ziehen auf meiner Haut, ganz knapp hinter ihren Nägel taucht es auf, doch eilt es weiter als sich ihr Nagel löst, fährt weiter in den Schritt und sammelt sich in meinem Ball - AU!
Sie hatte den Ball nicht berührt. Ich bildete mir das nur ein. Kopfkino, weil ich mir die Berührung dort wünsch.
Mir bleibt keine Zeit zum Überlegen. Schon wieder sind die Nägel in meiner Haut, tanzen darauf, graben sich ein, ziepen kurz, sind hier weg, tauchen dort auf und der Schmerz der entsteht ist begrenzt und findet nur dort statt. Wobei auch in meinem Kopf, Funken stoben umher, setzen Lunten in Brand und zünden ein kleines Feuerwerk.
Die Funken lodern auf, als ihre Nägel sich in den anderen Schenkel bohren, schnell rote Linien darauf zeichnen, den Schmerz antreiben, hinter sich herziehen und weiter in die Bälle jagen. Dort trifft er auf.
Nein, das bildete ich mir nicht nur ein. Der Schmerz war da.

Rose zieht die Nägel hinab in Richtung Knie, der Schmerz läuft nach, trennt sich von ihr, eilt hoch in den Ball und trifft dort ein - Au AAAU!
Ein starkes Ziehen ist in dem Ball zu spüren, wird langsam abgelöst durch das Reizen ihrer Nägel auf meiner Haut, das eine neue Botschaften zu dem Ball sendet. Obwohl dort kaum noch Platz für den Neuankömmling ist quetscht er sich hinein und verursacht einen deutlich größeren Schmerz.
Uaah!

Ein Wechselbad beginnt.
Das Ziehen im Ball ist so groß, dass ich ihre Nägel erst dann spüre, wenn Rose sie absetzt von meiner Haut. Erst wenn der Schmerz die Verbindung mit ihren Nägeln löst, weiter eilt zu dem Sack, der noch viel Platz verspricht. Wo sich die Schmerzen zusammenballen in dem einen Punkt, der IHN qualvoll aufrecht hält, mehr Blut für seinen Freund will, damit ER steht und letztlich die Erlösung bringt nach der sich mein Körper gerade sehnt. Und wieder spüre ich, wie neuer Schmerz sich von ihren Nägeln löst.

Nein kein Traum. Das ist Real. Kein Wunsch sondern Wirklichkeit.
Wie kann es sein, das ER sich den Schmerz nimmt? Nicht weitergibt an mein Hirn? Das ER nun alles kontrolliert, sogar die Art der Schmerz versendet wird. Herausfiltert was ER braucht um mir großen und stärkeren Schmerz zu vermitteln. Deutlich mehr, als der Schmerz eigentlich ist.

"DER steht" reißt Rose mich aus den Gedanken heraus.
"Ich wünsche dir damit einen schönen Tag."

Ja, ER steht.
Und der schmerzend Ball gerät in Vergessenheit.



Vom Rosenzüchtling


Halt

Großtante.
Es kam nicht überraschend. Auch war es das zweite Mal.
Dennoch das erste Mädchen seid einem Viertel Jahrhundert in der Familie. Wie wird die Kleine jetzt verwöhnt.

Gestern kam sie nach Hause und Rose durfte sie bei den stolzen Eltern besuchen.
Mit strahlenden Augen kam sie heim.
"Was für eine süße Grott. Was für ein bezauberndes Ding."
So viel Freude schwang bei Rose mit, dass in mir ein leichtes Unbehagen aufzusteigen begann.
"Keine Angst mein Lieber. Wenn ich sehe, wie durstig die Kleine ist und dauernd an der Nichte hängt brauche ich das nicht mehr. Die Kleine ist wie unsere Nummer Zwei."
Ich sollte sparen, dass ich schneller zum Durchschnippeln komm.

Spät abends saß Rose da.
Ihr Blick war fern. Nicht auf den Fernseher fokussiert, er ging hindurch. Dann ging er hoch, streifte übers Regal, suchte ein Ziel, das dort nicht zu finden war.
Das Ziel ist weg, nicht zu begreifen, auch nicht zu sehen.
Es braut sich was auf, es kommt ein Sturm.
Meine Rose braucht Halt.

Ich rutsche zu ihr, lehne mich an, stütze sie ohne sie zu halten. Sie braucht die Freiheit, den Platz für ihre Gedanken. Die sind weit draußen, fern von hier.
Unvermittelt öffnet sich die Türe und ein Kid sagt "gute Nacht". Wie sicher manche Zeichen kommen.
Hier kann ich nichts für sie tun. Auch wir gehen ins Bett.

Dort lehnt sich Rose an, während ich den Rest unserer Geschichte vorlese.
Ich bin mir nicht sicher, ob sie folgt. Weit weg an einem fernen Ort schweifen ihre Gedanken umher. Weit weg in vergangener Zeit.
Die Geschichte ist aus, doch ihre Gedanken lange noch nicht zurück. Beneidenswert, wenn jemand so tief empfinden kann.
Ich rutsche hoch, lege mich über sie, lege meinen Arm um ihren Kopf.
Ich fühle mich so stark. Ich habe die Kraft, meiner Rose den Halt zu geben, den sie in unruhigen Zeiten braucht. Ich schließe sie in meinen Arm.
"Warte kurz" meinte Rose und drehte sich von mir ab.
Nicht weg, sondern so, dass ich mich an sie schmiegen kann.
So eng es ging folgte mein Körper ihrer Kontur. Mein Knie lag bei ihrem, mein Schenkel schmiegte sich bei ihr an. Mein Hüfte war gewölbt und Rose Po lag darin, an meiner Brust war ihr Rücken zu spüren und mein Arm schlang sich um sie herum.

Als sich nun ihre Hand auf meinen Hand legte, sie nahm, in ihre andere legte, sie umschloss wurde mir warm.
Ich wollte ihr geben. Sie sollte meine Kraft, die Wärme, sollte Halt von mir bekommen. Und nun tankte ich, bekam in ihrem Zustand so viel von ihr. Die Hand, die ganze Verbindung zu ihr. Obwohl ich höher lag, mein Kopf ihre Position überstieg war noch immer Rose diejenige, die Oben stand, deren Energie auf mich hinunter fließt.
'Bekommt sie auch oder sauge ich leer?'
Besser ich lasse los.

"Rose, wenn du was brauchst, bitte wecke mich."
"Ja. Gute Nacht."
Was dann passiert ist so typisch und einfach für mich.

Ich drehte mich um und schlief sofort.


Vom Rosenzüchtling