Freitag, 8. Mai 2015

Junge Pflanzen

Auf dem Stuhl gehalten, vom Stuhl gehalten, von Seilen umschmiegt. Von Rose gefesselt sitze ich vor ihr und warte was sie mir gibt. Auf dem Bett liegt eine Tüte mit Brennnesseln. Blätter und Stiele, ganz sorgsam behandelt, damit auch nicht eines ihrer Härchen ohne Nutzen zerstört wird.

Rose zieht sich ihre schwarzen Handschuhe über. Samt, mit langen Stulpen. Schutz für ihre Haut. Neben ihr liegt eine dünne, weiße Schnur. Sie dient um IHN zu binden.
Sie ist bereit. Eine Hand greift in den Beutel, nimmt einen Stängel und hebt eine Nessel heraus. Sorgfältig dreht sie die Pflanze. Langsam rollt sich ein Blatt um SEIN Köpfchen. Kaum liegt es an drückt Rose dagegen und presst es gegen den KOPF.

Es kitzelt.
Der erste Moment in dem Nesselhaare SEINE Haut berühren kribbelt es leicht. SEIN Kopf ist voll durchblutet, schafft es binnen Sekunden das Gift zu verteilen. Die Wirkung verschwindet sofort.
Das Blatt rollt sich darum. Duzende Härchen platzen auf, versprühen ihren scharfen Inhalt auf und in der Haut. Kurz zucke ich hoch doch schon spüre ich nicht mehr davon, bis auf Roses drücken.
Ihre Hand die das Blatt umschließt, die es gegen IHN drückt, dabei reibt und sich bewegt um möglichst alle Härchen zum Brechen zu bringen.

Ab nun gehe es los. Erst sanft beginnt SEIN Kopf zu erhitzen. Dutzende Nadeln, die gegen IHN drücken um gleich darauf einzudringen - massenhaft. Alle auf ein Mal.
Es piekt. Es brennt.
Ich lehne mich zurück.

Aber nicht zum Genießen. Ich möchte wegkommen. Will mich erheben, IHN ihr entziehen, mein Becken möglich weit nach hinten schieben.
Nichts davon ist möglich. Ich bin festgebunden.
ER brennt. Ich möchte schreien. Mein Mund geht auf, Rose wichst mit Blatt.
Ja, ich könnte stöhnen. Doch bin ich sicher das wird Missverstanden. Ein Schrei der Sehnsucht, mein Schrei der Lust. Nicht wegen des Schmerzes. Der geht gerade unter.

Wie kann ich nur?
Angesichts dessen wie Rose IHN behandelt wundere ich mich wie hart ER ist.
Die Lady nimmt einen zweiten Stängel aus der Tüte. Langsam lässt sie die Blätter über die Bälle streifen. Pendelt hin und her, legt es an den Schaft, fixiert es mit der anderen Hand und holt nun alles was sie hat aus der Tüte heraus.
SEIN Köpfchen brennt. Vor allem der Rand. Ich kann schon fühlen wie geschwollen der ist. Zwischen all dem Grün -und Rose legt nach- ist kein bisschen mehr von der Haut zu sehen.
'ER steht im Wald...
ER hat ein grünes Mäntelchen an...
Oh wie putzig...
Gedankenspiele.
Die lenken ab von großem Schmerz.

Inzwischen ist es kaum mehr zu ertragen.
SEIN Kopf hält zwar still. Hier ist kein Brennen mehr nur noch ein wenig Sticheln zu spüren. Dafür hat dessen Rand sich mehr als aufgeheizt. Ein höllischer Brand tobt um IHM. Und die Vorhaut steht ebenfalls in Flammen.

Ich presse mich nach hinten. Meine Arme zerren an der Lehne, ziehen mich dagegen und das Relief der Lehne prägt sich ein. Ein Schmerz den ich brauche. Den bestimme ich selbst. Den kann ich dosieren. Der lenkt mich ab.

Währenddessen hat die Lady begonnen all die Stengel und Blätter mit der Schnur festzuwickeln. Mehrfach umkreist ihre Hand das grüne Männchen um weiße Bahnen um IHN zu legen und letztlich, als alle Nesseln halten das Ganze zu verknoten.
"Fertig" grinst sie.

'Was soll das heißen, fertig?' Es brennt. Es brennt immer stärker. An immer mehr Orten. Wie lange hat sie vor den Verband dran zu lassen?

Ich Blick geht zum Licht, zu meiner Nachttischlampe. Sie tippt dagegen. Nichts geschieht.
Den metallischen Ring um die Lampe muss man nur kurz berühren. Dann geht das Licht an, wird hell, dann heller und geht beim vierten Berühren wieder aus.

Roses Berührung hat keine Erfolg. Sie trägt Handschuhe, die nicht leiten. Die muss sie wohl ausziehen um umzuschalten.
"Eigentlich solltest ich dir jetzt befehlen dunkler zu machen. Aber das geht ja nicht" grinst sie mich an.
Dabei hebt sie den Fuß, tippt gegen die Lampe.
Nun muss ich grinsen.
... was die Nesseln sofort bestrafen.
Der Schaft juckt kräftig, die Vorhaut brennt. Das Köpfchen und SEIN Rand haben sich beruhigt.
Das Licht ist gedimmt, die Lady beugt sich vor.
"Und...?" fragt sie herrisch.
"Danke Lai...- aahrgha! "
Mitten im Wort packt sie zu.
Ihre Hand greift ums Köpfchen, dreht sich leicht, drückt die restlichen Härchen an die Haut.
"Wie heißt das?"
"Danke Herrin" begrüße ich die Behandlung mit dem Nesselgift.
"So ist es fein."
Die Hand von Tanja -meine Herrin- fährt die Pflanzen entlang.

Sie wichst.
Mal streicht ein Ring aus Finger und Daumen über Schnur und das Grün ohne es zu bewegen. Jedoch mit Druck genug die Härchen zu zerbrechen und noch mehr Gift freizusetzen. Dann wechselt sie, der Ring drückt zu und bewegt ab jetzt den Verband am Schaft. Es hebt und senkt sich um mein Stück. Benetzt so neue Stellen, die bisher noch nicht betroffen waren. Nesselblätter schieben sich unten den Rand des Köpfchens verteilen ihren Giftstoffe nun auch darunter, rollen sich unter die Vorhaut, reißen auch ab. Rollen sich mit ein, rollen sich in den Übergang zwischen Kopf und Schaft sowie auch um's Frenulum, das Vorhautbändchen.

Der Schmerz ist längst nicht mehr so groß wie zu Beginn der Behandlung. Die Blätter sind tauber. Mein Stück vielleicht auch.
Roses - falsch Tanjas, meiner Herrins Füße liegen an den Bällen und drücken dagegen. Das Wichsen ihrer Hände spüre ich kaum noch. Obwohl ich sehe wie der Nesselverband sich bewegt.
Gespannt schaue ich zu. Was kommt als nächstes?
Von SEINEM Kopf ist nichts zu verspüren. Ich merke nicht ob ER hart ist, merke kaum eine Berührung, nichts von den Nesseln, keine Erregung.
Kein Nichts.

Doch. Die Füsse auf den Bällen. Aber hier ist sie zaghaft, schiebe sie nur hin und her.
'Mehr? Frische Nesseln?' Ja bin ich bekloppt?
Ich erwische mich beim Gedanken nochmal nachzulegen.
Aber so taub wie ER zu sein scheint würde das gar nichts mehr bringen.
Oder wäre viel zu extrem um es auszuhalten.
Nein. Was ich habe reicht aus.

"Und mein Rosenzögling, bist du zu frieden? "
"Danke Herrin" antwortet ich, "das war" -noch trug er SEINEN Mantel- "das ist irgendwie..."
Ich stockte. Mir fehlte das Wort.
Schmerz. Erregender Schmerz. Erregend betäubend. Heiß, stechend, quälend erregend. Aber dabei nichts mehr fühlend. Alles läuft nur noch im Kopf.
"... berauschend."

Ich ändere mich.
Mein Empfinden ändert sich.
Meine Einstellung zum Sex.
Zum Schmerz.
Zum Kommen.
Zum Dienen.

Gerne. Und Mehr.

Tanja löste die Schnur, entfernte die Stengel und Blätter.
SEIN Haupt kam zum Vorschein. Glänzend. Matt glänzend. Anders Rot als sonst. Voller, jedoch nicht so schimmernd wie gewohnt. Und dann erkannte ich die Schattierungen. Einzelne Nester, gedimmtes Rot, bei dem die Haut etwas pockiger wirkt. Der Rand des Köpfchens unförmig gewellt. Pocke an Pocke, rund herum. Die Vorhaut geschwollen, wie aufgedunsen. Und überall zerfetztes Grün.
Tanja begann mit ihren behandschuten Fingern die Blätter abzuklauben. Dabei blieb es nicht aus, dass sie das Köpfchen zwickte.
"Entschuldigung" grinste sie, aber es tat ihr nicht Leid.
Mir tat es nicht weh. Ich spürte ihn nicht. Selbst als Tanja den Schaft umschloss, ohne das Grünzeug zu wichsen begann merkte ich nichts von ihrer Hand. Ein wenig Druck. Mehr nicht.

"Ist ER hart?" fragte ich nach.
"Hart? Der platzt gleich!"
"Danke Herrin."
Sie hatte ihre Freude daran. ER auch. Schön zu sehen, wenn die beiden sich miteinander Vergnügen. Gerne auch alleine und ohne mich.

Tanja ging vor mir in die Knie.
Ein Griff an mein Bein, sie öffnet einen Knoten.
Das Spiel ist vorbei.

Aber die Taubheit hält an.


Vom Rosenzüchtling

Mittwoch, 6. Mai 2015

Old Stuhl Bondage

"Nimm die Sachen vom Stuhl und stelle ihn vor das Bett."

Mein stummer Diener. Alt aber dennoch rüstig.
Über die Nacht wacht er über meine Hosen, sowie meine Wäsche für den nächsten Morgen. Das alles lege ich auch den Boden und nehme den Stuhl. Ich bin dabei sehr bedächtig. Langsame, elegante Bewegungen, speziell bei diesem alten Stuhl darauf bedacht...
Zeit zu schinden.

'Was hat sie vor? Wohin soll der Stuhl?
Rechts? Links? Wer sitzt darauf, kniet, liegt darüber?'
(***WOW. .. die Nesseln picksen. Jetzt gerade beim Schreiben ***)

"So das ich auf dem Bett sitzen kann."
-innerlich grinsend. Das Warten hatte gelohnt. Genau die Info habe ich gebraucht um den Stuhl mit Abstand ans Bett zu stellen. Lehne zum Schrank, Platz für die Füsse.
"Genau so" lobt sie mich, "setzt dich hin."

Fünfzehn Meter Seil.
Drei Meter, nochmal drei.
Zehn Meter. Jetzt hat sie alle vom Bondagekurs.
So lange sie überlegt welches sie braucht rutsche ich auf dem Stuhl umeinander.
Vorne an der Kante, die Bälle baumeln darüber.
Knapp dahinter, die Bälle liegen auf.
Wie will mich die Herrin haben? Wie die Bälle? Wie möchte sie spielen.
Nesselndes Grün liegt vor mir bereit. Nur für den Schaft? Für's komplette Teil? Das entscheidet wie ich sitze.

Rose nimmt die Zehn Meter.
"Los! Setzt dich richtig hin. Zurück an die Lehne."
Kaum berührt mein Rücken den Stuhl schon wird das Seil um meinen Bauch gelegt, eine Schlaufe gezogen und ab jetzt über die Brust an der hohe Lehne befestigt. Ein schöner, ein alter Stuhl, mit oben Intarsien, die sich in den nächsten Minuten, der nächsten Stunde einprägsam in meine Haut schmeicheln.
Die Sitzfläche besteht aus mehreren Latten. Auch deren Relief beginnt meinen Hintern zu zeichnen. Und die leicht geschwungenen Bein dienen ab jetzt der Führung meiner Waden, meiner Füße. Fest geschnürt. Jedes Bein einzeln.
Hände verschränkt auf dem Rücken.

Bewegen? Begrenzt.
Nur mit Stuhl. Keine Option. Ich sitze ruhig da und warte ab.
Was anderes bleibt nicht übrig.

Die Herrin kommt von hinter mir nach vorne, wo ich sie sehen kann.
Schwarze Stulpenhandschuhe. Ein Kontrast zu der grünen Pflanze in der einen und der weißen dünnen Schnur der anderen Hand.

Es wird dauern.

Bis letztlich der Knoten sich löst und Zug um Zug jede Schlaufe über meinen Körper reibt. Das Seil mich streichelt. Tröstet für das Leid der letzten Stunde. Welches ich niemals empfand. Es war wunderschön.
Genau so wie die Berührungen jetzt.

Fünf Meter Seil verwöhnen meine Haut. Wärmen sanft, nur von innen, werden von Rose akkurat über mich gezogen. Um danach mit der zweiten Hälfte, den anderen Fünf Meter noch elektrisierender die Brust und Schenkel zu reizen.

Ich mag das Seil.
Es hält, umfasst den Körper.
Fixiert, gibt nicht mehr Raum als nötig.
Es bindet, zeigt wohin ich gehöre.
Und ist doch zart, wenn es sich löst.
Am Ende die Haut umschmeichelt.

Ein letzter Kuss, dann stehe ich auf.
ER steht die ganze Zeit.
Stolz, sowie TAUB und VERGIFTET.
Reliefgeprägt und voll der Liebe zu meine Herrin.
Das sie so etwas geben kann hätte ich niemals erhoffend erwartet.


Vom Rosenzüchtling