Montag, 21. April 2014

Kaltspiel

Am Abend angelte sich Rose sofort ihr Teil. Ich war müde, es, ER auch.
"Ach wie ich das mag. Genau so wie eine andere Lady es beschreibt."
"Was, meine Lady" fragte ich nach.
"Den Aggregatzustand."

  • Zustand!
      Welch treffendes Wort für das, was sie gerade in ihrer Hand bespielt. Klein, weich, doch scheinbar auch reich an Interesse das gerade erwuchs, IHN größer macht.
  • Macht.
      Das nächste Wort. Wie kraftvoll sich ihre Hand um SEIN Köpfchen legt, die Macht demonstriert - wer spielt mit wem. ER kann tun und wollen was immer ER will. Sie hat alle Möglichkeiten IHN wachsend zu bekommen, Wachsam und Aufrecht zu sein und kann IHN mit ein paar mal Hand bewegen auch schnell zum Schrumpfen bringen. Wieder ganz klein.
  • Oh, Klein.
      Wieder ein Wort in meinem Kopf, dem ER schnell folgt. Wo ER doch sonst nur SEINER Herrin gehorcht, so dieses Mal auch, an was ich denke.


  • Es ist spät. Morgen Osterbrunchmontag, da muss ich früh raus.
    "Ich habe nun viel Zeit mich um IHN zu kümmern" hatte Rose mich Mittags auf den Zustand ihrer Blüten hingewiesen.
    Doch die ersten Tage hat sie dabei mit sich selber zu tun.
    So wie jetzt gerade, wo ihr Bauch und ihr Unterleib ziept und sie alles andere hat als die Lust ihren sub zu bespielen.
    Das muss sie auch nicht.
    Nur wenn sie will.

    Gegen halb Neun steht Rose in der Küche.
    "Der Duft hat mich wach gemacht."
    "Welcher" frage ich nach, "der, der frischen Brötchen?"
    "Nein, der deiner Croissants. Mit Schokolade darin."
    Während ich im Bademantel durch die Küche eile steht sie komplett gestylt mitten drin.
    Frisur und Kleid machen viel aus. Aber ihre Figur und das Strahlen in ihrem Gesicht...
    Ich kann nicht anders als auf sie zuzugehen, sie zu halten und mit meine Hände begierig über ihren Körper zu streichen. Noch ein Schritt näher, dann habe ich sie im Arm. Meine Hände auf der Schulter, dem Rücken, dem Haar, meine Lippen auf der Wange und ihrem Hals, während Roses Hand sich den Bademantel greift, die Stelle vor er vorsteht, ER sich dagegenstellt.

    "How long ... bis du entscheidest" läuft im Radio
    "Wenn du es nie probierts ... you 'll never know"

    Wir wiegen uns zum Takt der Musik. Kurz presst Roses Hand zu,
    "Planeten bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit..." genau so fühlt es sich in diesem Moment auch an, bis ihre Hand sich löst, am Mantel nestelt, die Öffnung findet, sich drunter schiebt, nach oben fährt, IHN sich schnappt und eine kalte Hand ums Köpfchen schnürt.
    Ich keuche aus.

    "How long ... soll ich jetzt noch stehen."
    Ihre kalte Hand saugt das Blut förmlich an. ER scheint alles nach vorne zu pumpen, um das Köpfchen zu wärmen, um es zu versorgen, damit es weiterhin prall und entgegen dem Lied der Herrin verheißt:
    'Ich will eben nicht stoppen! Halt mich nicht an!'

    Sie gleitet hinab. Ihre Finger bringen die Kälte nach unten. Sie wird doch nicht die Bälle... mit ihrer kalten Hand...?
    "Some things ... hast du zu glauben"
    Und Rose lässt sie darin tanzen, spielt mit ihnen, lässt sich die Hände schmeicheln, die Finger wärmen, während deren Kälte in meinen Beutel zieht.

    "Einige Dinge... you can't invent", sie passieren
    "einige werden gemacht... and some get sent"
    OOOh Kalt!


    Rose löst ihren Griff, legt ihren Arm um mich.
    Die letzten Takte tanzen wir eng umschlungen und lösen uns erst bei der Moderation:
    "Coldplay! Hautnah und Exklusiv. Jetzt anrufen, jetzt gewinnen"

    Das alles so wunderbar passt!
    Speed of sound.
    Nein, für uns ist nicht die Schallgeschwindigkeit, hier sind unsere zarten Schwingungen gemeint.
    Im Einklang mit dem Lied. Unabhängig vom Text ging Rose genau darauf ein.

    Ihrer kalte Hand.
    Das Spielen damit.
    Hautnah bei uns.
    Exklusiv erlebt.
    Kaltgespielt.
    Ein irres Ding.


    Vom Rosenzüchtling

    Sonntag, 20. April 2014

    Vergebene Einsamkeit

    Das Spiel mit mir selbst.
    Das Spiel bei dem ich am Besten weiß wie es geht.
    Wo ich drücke, wo ich reibe, damit es schneller geht.
    Überraschungseffekt: Zweifelhaft.
    Ich weiß was kommt.

    Dagegen steht das Sein in ihr.
    Eigentlich gleich, weiß ich doch auch was wird. Ich kenne das Rein, das Raus, das Gefühl dabei.
    Kenn ich es denn? Weiß ich im vorhinein, wie sie sich bewegt, wo sie IHN reibt, berührt?
    Was kommt von ihr? Welches Gefühl? Wie sie stöhnt, mich umarmt, fest an sich zieht.
    Missionar - doch anders als selbst.

    Der Ritt.
    Auch in ihr sein.
    Weiß ich was kommt? Rein oder Raus? Wer bestimmt? Gewiss nicht ich.
    Sie bleibt sitzen, hebt sich an, rutscht nach vorne, zurück.
    Bewegt sich. Bewegt sich nicht.
    Bekommen statt geben.
    Dabei auch mal falsch stimuliert zu werden.
    Das es schmerzt oder nichts bringt.
    Man fühlt dann nichts, kommt nicht nach oben und beginnt sich nach Missionar wenn nicht sogar der Masturbation zu sehnen.
    Ja. Nein. Doch. Zweifelhaft...
    Ja, um zu geben.
    Nein, zum Bekommen.
    Doch. Insgesamt dann...

    Aber was, wenn man vertrauen zum Partner hat.
    Der immer Neues ausprobiert, den Körper studiert, versucht in wirklich kennenzulernen.
    Den anderen Körper, das fremde Geschlecht. Bei dem man nicht weiß wie, wo, was bringt.
    Tut ihm das gut, tut es nur weh. Hält er das aus, ist das extrem?
    Wenn sie nun all diese Stellen kennt und lesen kann, wie weit ich bin und weiß sie viel noch gehen wird, wie ich noch weiter leiden kann.
    Wenn sie versteht mich an die Kante zu bringen und weiß, mich darauf entlangzuführen.
    Im Grunde nur das Gleiche macht, wie ich bei meinem Masturbieren ist es bei weitem etwas anderes.
    Ich kenne es nicht.
    Bin Passagier.

    'Soll ich mal wechseln, ein bisschen noch. Etwas schneller, jetzt noch fester...'
    Ich weiß was mir fehlt, bekomme es nicht.
    Statt dessen wird anstelle schneller das Kraulen genau wie bisher weiter gemacht.
    Die Hand im für mich falschen Augenblick vom Schaft genommen - wie kann sie nur - damit sie gleich darauf ums Köpfchen fast.
    Finger, die übers Bändchen reiben und - ja - nein - doch - die Bälle streicheln.
    Die Reihenfolge variiert, was, wann, wie lange sie spielt, ob sie klopft, pausiert, streichelnd mich massiert. Kitzelt, leckt, reibt, quetscht, kratzt. Alles vorher ungewiss.
    Selbst was nichts bringen wird so lange durchgeführt, bis ER, der kleine Kerl reagiert.
    Gebunden, gefesselt, durch Wort fixiert kann ich mich dem was sie tut nicht entziehen und weiß am Ende nicht, lässt sie mich stehen?
    Entleert sie IHN, darf ER kommen? Ruiniert oder nur an die Kante geführt?

    Alles, alles bringt Freude.
    Die suche ich nicht, ich suche den Spaß.
    Die Lust an dem Frust.
    Die Freude der Begierde.
    Die Freude daran ihr Diener zu sein.
    Ihr zu geben, dazuliegen, zu nehmen, was sie zu geben hat.
    Das beschreibt doch am Besten, wie verschwenderisch ein einsames Vergnügen ist.
    Wie es mich einsam um ein wesentlich größeres Vergnügen bringt.

    Ich betrüge nicht sie, wenn ich der Masturbation erliege.
    Mir, dem Egoisten entginge so vieles mehr dabei.

    Drum Lady, bitte nimm all meine Orgasmen an dich, verfahre damit wie du sie willst.
    In dir und auf dir und unter dir.
    Vor dir liegend, sitzend, stehend.
    Gerüttelt, geschüttelt, ganz sanft vibriert.
    Gestreichelt, gerieben, elektrifiziert.
    Gebunden, geklammert, was immer du willst.
    Dir alleine obliegt es zu entscheiden was du gibst und du nimmst.

    Ich liebe dich.
    Dein Rosenzüchtling