Montag, 25. Mai 2015

Ein Gedanke

Es ist Frühstückszeit.
Draußen scheint die Sonne. Es ist warm.
'Terrasse' überlege ich kurz, öffne die Türe und verwerfe den Gedanken sofort.
16 Grad, nicht Ideal um direkt sich aus dem warmen Bett heraus an den gedeckten Tisch zu setzen.
Noch zu kalt, dauert noch.

Als ich das Schlafzimmer betrete liegt Rose in Richtung der Fenster. Während ich die Rollläden öffne dreht sie sich um.
'Zu hell? Oder schafft sie mir so mehr Platz?' Mit Freuden nehme ich an, lege mich zu ihr, schmiege mich eng an ihren Körper.
Die Bälle schmerzen, ER quält mich und bei Frühstück machen sein ständiges Tropfen.
Nun klemmt ER gerade hinten, sabbert MIR den Schenkel nass.
Soll ER ruhig, es geht um sie.

Ratgeber zur Glücklichen Lady - Das Wecken
Zu dumm. Das Kapitel hatte ich noch nicht.
Ich versuche sanft ihren Rücken zu streicheln, lasse meine Hand langsam nach oben gleiten, streichele ihren Nacken, dabei mit Daumen und Zeigefinger zu massieren, während meine andere Hand auf Roses Hüfte liegt, kreisend nach Innen zieht, dann den Schenkel entlang nach unten, ihr Knie berührt, umkreist, nach hinten streift und langsam wieder zurück zur Hüfte wandert.
'Was kann man alles tun, eine Frau zart streichelnd aus dem Schlaf zu holen?'
So dicht wie ich mich an meine Lady schmiege sehe ich kaum ihr Profil. Jedoch die Schläfe. Meine Hand streicht über die Stirn, an der Braue entlang, umrundet ihr Auge, dann über die Wange nach unten, auf dem Kinn entlang nach Innen, berührt ihre Lippen, fährt darunter entlang bis zur Mitte und dann den Hals, das Dekolletee bis an einen Busen.
Die zweite Hand versucht auf dem rechten, dem linken Schenkel den Weg in die Mitte zu finden. Roses Beine sind noch immer zum Schlafen angezogen, ihr Hügel ist verborgen, verwehrt so meiner Hand sich aufzulegen, sanft zu streicheln, leicht zu vibrieren und meiner Lady die Möglichkeit zu geben sich selber zu reiben.
'Was kann man noch alles machen, seine Lady sanft aus dem Reich der Träume zu holen?'
Der gleiche Gedanke wie zuvor.

Rose räkelt sich, öffnet die Augen. Ein kurzer Blick auf's Tablett.
"Warum gibt es Innen nur noch Tassen?"
Draußen nur Kännchen
Ja, das wäre es gewesen. Mir fehlte die Zeit. Zu spät aufgestanden um meiner Lady den brasilianischen Kaffee frisch zuzubereiten. Handgebrüht.
Sie blick nur kurz auf das Tablett und sieht: Nichts. Sie sieht die Kanne fehlt.
Ihr Kaffee nur in der Tasse. Eine Tasse aus dem Automat. Sie mag ihn zwar. Aber gerade am Wochenende freut sie sich auf den Guten von J.
-nochmals Danke schön-

Warum gab es früher draußen nur Kännchen?
Weil die Bedienungen nicht so oft laufen sollten?
Wegen dem Umsatz?
Weil der Kaffee abkühlt bis er draußen ist?
Der Weg dort hin zu lange dauert?
Wie wurde damals der Kaffee gemacht?
Filterkaffee? Ach nein, große Maschinen. Speziell für die Gastronomie.
Ähnlich den heutigen Espressomaschinen, die...
'PAUL! Das ist jetzt nicht dein Ernst!' durchfährt es mich.
Ich liege hinter Rose, eine Hand an ihrer Hüfte, die andere auf ihrer Schulter und ich überlege wie man Kaffee macht?
Wie komme ich darauf? Kännchen nur draußen.
Und deshalb Kaffee. Den aus Brasilien. Handgebrüht. Ach ja, es fehlt noch ein schönes Kännchen. Gestern auf dem Flohmarkt war keines dabei. Ich brauche für unser Frühstück noch ein wirklich schönes...
AUS! Paul, AUS!

Hör auf an Kaffee zu denken.
Denke an... an... egal.
Aber nicht an Kaffee.
Denke doch einfach an etwas anderes als Kaffee.
Was gibt es anderes als Kaffee?
Nicht an Kaffee denken...

Ich versuche mich abzulenken, lasse meine Finger über Roses Seite streichen, berühre ihr Haar, ihren Nacken, streiche am Hals entlang und haben nur einen Gedanken:
Denke nicht an Kaffee.
Es ist faszinierend, dass es einem nicht gelingt seine Gedanken auf etwas anderes zu fokussieren, nur damit man etwas anderes denkt.
Sobald ich etwas habe, an dass ich denken kann bin ich frei. Aber im Augenblick denke ich nur an eines:
Denke nicht an Kaffee.

"Auf. Kaffee."
"Ja Herrin" antworte ich leise.
Innerlich jubeln. Endlich erlöst.
Ich stehe auf, ER bleibt liegen. Silberne Spuren auf Roses Bett. Doch all der Kaffee schien IHM gar nicht gut zu tun.
Anstelle dadurch wach zu werden hat der Gedanke daran IHN gerade abgeturned.

Wie rasch sich doch Gedanken ändern.
Wenn man will geht's nicht.
Wenn nicht, dann schnell.


Vom Rosenzüchtling

Sonntag, 24. Mai 2015

Tropfenreich

Samstag.
Wir sind auf einer Party, einem Fest. Hunderte Leute laufen herum.
Dazwischen Rose und ich.
Wie sie aussieht, wie sie läuft. Wunderschön und voller Stolz.
Sie hat sich verändert in den letzten Jahren, selbstbewusster ist Rose geworden. Durch mich, indem sie führt.
Sie weiß, es ist jemand an ihrer Seite der ihr hilft, der sie stützt.
UND ganz wichtig, nichts dafür verlangt.
Alleine an der Seite meiner Lady sein zu dürfen ist mir Lohn genug.
Nur zu sehen, wie stolz sie ist. Wie sie blüht, wie sie wächst.

Rose hat sich verändert in den letzten Monaten. Sie hat zu neuem Selbstbewusstsein gefunden. Durch sich selbst.
Durch Training, durch Disziplin. Durch ihren Willen sich neu zu formen.
Sie ist stolz auf ihren Körper.
Ich bin es auch. Und stolz auf die Frau dem er gehört.
Das zeige ich.
Das zeigt sie jetzt.

Roses Gang hat sich verändert. Ihre Ausstrahlung, ihre Aura, ihr Sein.
Stolz geht sie durch die Menge - nicht überheblich. Aber sicher.
Keiner von denen hat geschafft, was ihr gelungen.
Keiner führt ein Leben, wie sie.
Sie ist einzigartig. Das strahlt sie aus.
Selbstbewusst.

Ich war etwas zu trinken holen. Als ich zurückkam beachtete sie mich nicht. Sie schaute auf jemand anderes und ich wusste nicht warum.
Ihr Blick war... neu für mich.
Die andere Frau blickte ähnlich. Ein Mustern? Ein Gruß? Kennen die sich?
Was sie trägt ist nicht ganz Roses Stil. Warum schaut sie zu ihr?

"Danke" nahm Rose das Getränk entgegen.
Für mich war die Sache vorbei. Jedoch noch nicht bei ihr.
"Die... " nickt Rose der Frau hinterher.
Mein Kopf geht rum, ich schaue ihr nach. Da ist nichts was mich an ihr interessiert.
"Gerade lief sie an mir vorbei. Dabei hat sie mich angeschaut, mit so einem Blick."
Jetzt kommt wieder, die andere Frau kommt mit Roses Art nicht klar. Die Haltung meiner Lady stellt etwas dar. Auf keinen Fall Überheblichkeit. Es ist Eleganz, ihre Selbstsicherheit. Frauen stören sich daran, blicken finster auf Rose.
Rivalitäten

Dann weiß sie: Es passt. Alles richtig gemacht. So will sie sein.
"So wissend. Ich habe sie angeschaut, sie mich. Dann war sie vorbei."
'Äh, was will sie mir jetzt sagen? Das passt für mich nicht zusammen.'
"Gerade kam sie mit ihrer Freundin zurück. Wir haben einander ins Gesicht geschaut und wussten es beide."
'Ah ja... Ich denke.... Ah ja..' Worum geht's?
"Es war mir noch nicht klar, dass man das so gut erkennt. Jetzt ist mir auch klar, was anderen Frauen nicht passt."
'Ah ja!' Jetzt begann ich zu verstehen. Schnell versuche ich die andere Lady in der Menge zu erkennen. Zu spät. Ich habe mir gar nichts von ihr gemerkt. Ich hatte sie kaum von vorne gesehen. Ich habe mich nicht für sie interessiert. Ich bin mir sicher, ich würde sie nicht einmal erkennen, wenn sie direkt vor mir steht.
Vielleicht an ihrer Art.
Ladylike.

"Lady, du bist so schön"
Und alleine bei dem Satz durchzuckt es mich. ER ist hart. Ohne das Rose irgendetwas berührt, macht, sagt, zuckt ER vor sich hin.
"Geht's" grinst Rose
"Ja" keuche ich aus.
"Mir gefällt das heute."
"Mir auch Lady."

Irgendwie fiel das Thema auf Zigarren.
Erst für den Wiener - das Rose so eine Bemerkung gegenüber ihm lieber nicht macht. ***grins***
Dass so eine Zigarre doch mehr etwas für mich ist.
Dass ich mich erst mit Zigarren beschäftige, wenn Rose mir eine offeriert.
Dass ich ihr jede Art von Zigarre gönne für die sie sich entscheidet.
Wann immer sie mag. Wo auch immer. Woher auch immer.

Der anschließende Abend war für mich ein Auf und Ab.
Keine Achterbahn. Die Gefühle blieben oben.
ER war es, der nicht wusste, aufstehen, liegen bleiben, tropfen.
Immer wieder ließ ER mich zucken. Stromschläge, Wellen, die durch meinen Körper jagten.
Dann wieder Ebbe. Zurück blieb nasse Haut.
Ein Blick auf Rose reichte. Meine Lady hob sich von den Umgebenden ab, stach heraus. Nicht nur ich sah das. Auch anderen viel es auf.
Da ist jemand. Diese Aura...
ER wurde hart. Minutenlang hielt das an. Dann konnte ER nicht mehr, wollte kleiner sein.
Tropfen der Sehnsucht hatten es bis nach oben geschafft, standen an und liefen heraus als ER nicht mehr konnte, kleiner wurde.
Es fehlte die Länge, fehlte der Platz für all die Sehnsucht die sich in IHM sammelte.

Dann eine Bemerkung von Rose:
"Schau mal der."
Harter Stoff. Meine Hose spannt. Zigarren für Rose?
"Der Typ dort ist interessant. Ich sollte mal rüber gehen und ihn mir aus der Nähe ansehen."
Weißes Haar, Schulterlang. Ja, interessant.
"So will ich dich in ein paar Jahren auch haben."
Mich in ein paar Jahre. Und jetzt hat er's.
Hart. Warm. Und danach wieder Ebbe. alles was bleibt ist die Nässe.

Dauerhaft tropfend.
Gäbe es die Möglichkeit all die Tropfen aufzufangen, es hätte gereicht ein Schnapsglas zu füllen.
Nur Sehnsucht, mehr nicht.
Harte Zeit.
Tropfenreich
SEINES.

Dort soll ER sein.


Vom Rosenzüchtling