Donnerstag, 19. Juni 2014

Nachbars Gerten

Die Phantasie lässt so manche Blüten in den Gärten der Menschen erblühen.
Manchmal wundert man sich, wenn man die Eigenen direkt beim Nachbarn entdeckt.

Bereits am Samstag fragte uns eine Freundin:
"Habt ihr nicht mal Zeit? Wir könnten doch heute Abend..."
"Entschuldige, wir bekommen Besuch."
"Und Morgen? Wie lange bleibt der?"
'Paul sei wachsam! Sie fragt dich aus.'
"Bis 18 Uhr."
So sehr gelogen war das gar nicht. Das dürfte ungefähr die Zeit sein, zu der Lady I. sich auf den Heimweg macht, auch wenn sie uns bereits kurz nach Neun verlässt.
"Oh schön. Dann können wir ja danach bei uns im Garten etwas trinken."
"Ja, sehr gerne" jedoch nicht.
Ich hegte die Hoffnung, das Rose so viel Elan durch Lady I. erhält, das wir am Sonntag recht früh zu Bett gehen sollten.

So kam es dann auch.
Nach einem kurzweiligem Abend mit Lady I. lagen wir weit nach Ein Uhr im Bett.
"Mein Zögling" flüsterte Rose hinter mir, "wir werden heute Abend nicht lange bei Marion bleiben. Ich will von dir noch etwas haben."
Wie zweideutig das mittlerweile klingt.
Dabei greift Rose nach unten um zwischen meinem und ihrem Schenkel zu ihrem Knie zu streifen, dass gegen die stumpfen Juwelen drückt.
Sie nimmt die Bälle, schnürt mit Daumen und Finger den Beutel ab und beginnt zu ziehen während ihre Hand sich schließt.
"Humbler!" lacht es hinter mir.
Dann quetscht sie zu, lässt langsam los und schläft kurz darauf ein.

Der neue Tag.
Erst der Abschied von Lady I. Dann ihr Geschenk und Roses Tease. Im Anschluss mein Auslaufen mit dem Hund um Stunden später höchst befriedigt auf die Kids zu warten und ohne sie zu Marion zu gehen.

Kaum sitzen wir kommt der erste Schock:
"Was war das für ein Besuch?"
Und als ob die lange Stille dazwischen nicht lange genug dauerte legte sie nach:
"Euer Wiener? Oder Tiger?"
'Cleveres Mädchen', sie weiß genau, bei denen hätten wir den Namen genannt.
"Nein, eine Freundin. Sie hat übernachtet. Sie hat heute hier ein Seminar."
"Ach ja? Und woher kennt ihr die?"
Ich fand es in diesem Moment erstaunlich, wie ruhig ich blieb. Mir würde es nichts ausmachen ihr zu sagen 'das sagen wir dir nicht.' Es war mir egal, welche Konsequenz so eine Heimlichtuerei auf die Freundschaft hat. Ich war gewillt die Wahrheit im Verborgenen zu lassen.
"Ach weißt du über ihren Job" fing Rose an zu erzählen. "Deshalb ist sie auch da. Das Seminar..."
Meine Lady ist genial.

Über ihren Job fand sie den Weg zu uns nach Haus. Ebenso führte ihr Seminar hier her und nun führte Lady I's Job die Diskussion in eine völlig andere Richtung, in der Marion zu erzählen begann.
Das Ding war vom Tisch.

"So, erzählt doch mal. Wir haben uns das letzte Mal vor einem Jahr getroffen."
"Was? So lange ist das bereits her?"
"Ja, was habt ihr in dem Jahr gemacht?"
Schock Nummer Zwei.
Ein Bondageseminar, gebastelt, gespielt. Durchschnippeln lassen, gerade läuft das Entleeren. Wir chatten, besuchen und bekommen Besuch.
"Och, was soll man erzählen? Wir haben den Garten umdesigned."
Nach und nach ergeben sich immer mehr Kleinigkeit, Vanilla-Zeugs die laaaangweilig sind.
Und als Marion irgendwann das Interesse verliert fragt Rose nach:
"Wie war's bei euch?"

Marion schaut ihren Roland an.
"Ja. War ganz nett. Du kennst doch meinen Onkel aus Hamburg. Den habe ich besucht. Mit dem wollte ich in einen Sex-Shop gehen."
"Marion..?"
Ab jetzt wurde Roland zunehmend ruhiger.
"Ja, gell. Doch er meinte er kennt einen richtig Guten. Bizarre heißt der. Du, da müsst ihr unbedingt mal rein."
Wir brauchten nicht zu antworten. Marions endloser Redefluss ließ das nicht zu.
"Als ich daheim war habe ich Roland gesagt wir müssen da hin und sind zwei Wochen später deshalb nach Hamburg geflogen."
Roland saß ungewohnt still auf seinem Stuhl und nippte an seinem Bier. 0,0% Auch das kenne ich nicht an ihm.

"Die haben da Desouses und Korsetts. Wahnsinn. Und, und, und..." auf einmal war sie total aufgeregt "ein Stockwerk mit... so komischem Zeugs. Masken und Kostüme. Als Hunde oder Pferd. Mit Hufen und Schweif. Ich habe gefragt für was die Masken sind. Mit Rohr. Das kannst du dir gar nicht vorstellen."
"Ach Roland" schweift sie kurz ab, "Valeria hat im Schlafzimmer die Gerte gefunden."
Er nimmt einen größeren Schluck von seinem kastrierem Bier.
"Besser die. Deinen Open-Body hat wohl unser Sohn gefunden."
"Ja, besser wenn die Putzfrau es findet" wobei die es bis dato nicht gewohnt sein mag.
"Paul, wenn ihr nach Hamburg geht müsst ihr da hin."
"Ob das die Keditkarte aushält" fragt sich Rose.
"Gerade so" lacht Roland, "meine hat geglüht."

Auf dem Weg nach Hause beschäftigte uns eine Frage.
Nachbars Gerten. Wer hat den grünen Daumen und lässt den Rittersporn erblühen?
So wie ich Marion kenne erzählt die bald mehr.


Vom Rosenzüchtling

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