Donnerstag, 29. Oktober 2015

M

Gebucht.
In der Adventszeit geht es wieder zu Tiger.
Das Hotel ist reserviert, die Fahrt ist bezahlt.
Ich freue mich darauf mit meiner Lady zu Tiger zu reisen.

München.
Immer wieder denke ich an vertane Chancen.
Chancen, die wir nicht nutzen, weil
Chancen die wir nicht brauchten, weil
Chancen die wir nicht wollten.

Ein Kontakt zu Blogfreunden.
Abgerissen.
Er schreibt nicht mehr, sie leben es nicht mehr.
Zu Nahe an der Sonne.
Dazu kamen auch Kinder.
Zudem verträgt sich manch veröffentlichtes Leben nicht mit jedem Job.

Ich kann es verstehen.
Dennoch fehlen sie mir.
Mit ihnen zu Chatten brachte uns alle voran.
"Mal besuchen, mal treffen. Ich könnte dir Paul mal einen meiner Käfige spenden."
Wir waren nicht so weit.
Nicht ich und nicht Rose. Und ich glaubte sogar nicht mal sein Lady.

Jetzt geht es also mal wieder nach München.
Wo sie wohnen, was sie machen zieht mich hypnotisch an. Ich fühle mich wie ein Wolf der seiner Beute folgt.
Vor Jahren standen wir einmal vor ihrem Haus. Es schien uns leer, der Garten verwildert. Die Fahne war weg die einst dort wehte.
Umgezogen?



"Paps kannst du mir bitte..."
Gerade wollte ich mein Smartphone zur Nachruhe schicken das erscheint eine Nachricht in der obersten Zeile. Ich mache sie auf.
Es ist der Wiener, "...ein Rezept für schnelle Brötchen geben?" steht in der nächsten Zeile.
"Ich möchte sie zum Frühstück machen."

Für die Antwort am Smartphone wird die Antwort zu lang.
Ich mache am Rechner mein web.WA an.
Großer Bildschirm, dazu Maus, Tastatur. Multitaskingfenster mit Copy und Paste.
Schnell habe ich die Infos zusammengesammelt und an das Kid nach Wien verschickt.
Danach aber das Smartphone aus. Die Verbindung ist weg und ich gehe zu Rose.
... will ich gehen.
Nur noch kurz den Blog durchchecken.
Alles wie gehabt. Nirgends was Neues. Es fehlen alte Freunde. Wie der aus der Schweiz.
Sieh an, sieh an, ein letztes Internetzeichen. Ein Tag vor Roses Geburtstag von ihm ein Kommentar.
In der gleichen Zeitung kommentierte er schon früher, dass Mann für die Verhütung zuständig ist. Das Frau viele Möglichkeiten zur Befriedigung hat. Aber er (eben der Mann) nur die Eine für sich kennt.
Daraus resultiert, er soll sich drum kümmern und die Frau so leben dass sie Spaß dabei findet.


Genau diese Art der Kommentare hatte ich an ihm so geschätzt.
Er lebt es nicht nur. Er spricht es auch aus.
Auch meine Lady muss grinsen als ich ihr erzähle wer der Urheber der Zeilen ist.
Ich suche immer weiter, der Abend vergeht und auf einmal suche ich wieder in München weiter.

'Paul. Das geht schon an's Stalking' ertappe ich mich selber.
Wir wohnen dann Viereinhalb Kilometer entfernt von jenem scharfen Gewürz.
Wie lange ist es her seit dem letzten Kontakt?

Ich erschrecke richtig vor meiner eigene Suche. Inzwischen kann ich die Lady verstehen. Auf einmal fühlt man sich enttarnt, hilflos und nackt dem Netz ausgeliefert.
Transparent und durchleuchtet durch wenige Klicks.
Kein Wunder wenn sie damals in Panik ausbricht.

Ich denke ein wenig anders darüber.
Es ist wie vieles andere bei mir.
Lerne ich etwas nur kennen dann will ich mehr erfahren. Ich möchte wissen wie es so ist. Immer bei München denke ich an die beiden, frage mich oftmals was wäre wenn vielleicht daraus geworden?
Die anderen Kontakte die wir auch real schon hatten driffteten im Laufe der Zeit wieder auseinander.
Man kennt und schätzt sich. Pflegt lockeren Kontakt. Aber für regelmäßig Treffen steht vieles im Weg. Entfernung, Kinder, das eigene Leben. Ist bei uns und den anderen oft kompliziert.
Ich weiß es vom Chattet, dem Hin und Her schreibt.

Aber gerade von den Münchnern ist kaum was bekannt.

So geht es auch dieses Mal wieder dahin. Überall wo wir laufen schaue ich mich um. Wie groß ist die Chance in dort mal zu treffen?
4,4 Kilometer in einer Metropole wie München bedeutet auch tausende Menschen.
Ein Wochenende.


Vom Rosenzüchtling

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