Dienstag, 26. Mai 2015

Mmmmmänlichhhh - durchgestylt

Hatte ich sie vor Jahren noch richtig angemacht und auf Touren gebracht, wurde sie zuletzt nicht mal mehr feucht.
Egal was ich versuchte, egal wieviel Zeit ich ihr ließ, das Ergebnis war unbefriedigend.
Das bisschen feucht reichte nicht.
Am Samstag hatte Rose genug.
"So nicht. Ich habe keine Lust. Du schraubst nur herum und nichts kommt dabei raus.
Es reicht. Raus!"


Heute stand ich vor so einem jungen Ding.
"Kann ich helfen?"
"Ich suche einen Neue" antwortete ich deutlich in Richtung eines anderen Paares.
Vor ein paar Minuten beantwortete er die Frage des anderen Verkäufers mit dem Satz:
"Meine Frau braucht eine Neue."
Die Waschmaschinen streiken.
Bei mir reicht einen neue Maschine. Die Frau braucht dazu 'nen anderen Kerl.

Es folgen zwei Fragen.
"Wie oft waschen sie denn?"
"So vier bis fünf Mal. "
"Pro Woche?"
"Ja. Meistens nur am Samstag."
"Da hat man Zeit..."
"Abends komme ich eben nicht dazu."

Ab jetzt ist klar wessen Maschine das wird.
Ich lasse mich beraten während Rose einen Schritt abseits die Unterhaltung nur verfolgt.

"... also diese kann ich ihnen empfehlen" beendet die Verkäuferin unseren Dialog.
"Und was ist der Unterschied zwischen der hier und der im Angebot?"
Nach dem Papier und allen Erklärungen waren beide Maschinen gleich. Weshalb also die?
"Die Waschwinkung ist besser..."
"Und das Hygiene-Programm..." füge ich hinzu.
"Brauchen wir. Italien; Allergie!"

"Was ist eigentlich mit der da hinten" zeige ich an das Stirnende der aufgereihten Maschinen.
"Welche" fragt die Verkäuferin verdutzt.
Sie ist sich sicher, dass dort hinten nichts brauchbares mehr ist.
"Die Männermaschine"
Die Verkäuferin lacht, "die was?"
"Die Männermaschine. Hier" zeigt Rose auf die durchgestylteste Maschine im ganzen Laden.
"Naja..."
"Die hat doch alles, von dem sie gerade erzählt haben."
"Ganz ehrlich...", ich bin gespannt, "nehmen sie die nicht. Mit der gibt es immer wieder Problem."
Rose grinst... Männermaschine.
Das Teil sieht Klasse aus, hat eine große Klappe und schafft auf ein Mal eine ganze Menge weg.
'How How How' geht mir Tim Taylor durch den Kopf. Der Dünnbrettbohrer, wie sein öffentlich rechtlicher Name war.
"Aber die Verbrauchswerte..." zeige ich auf das Energielabel.
"Das sagt wirklich nicht alles."
"Hust... T'schuldigung"
"Der Verbrauch ist gut. Die Leistung topp. Aber..."
Jetzt verstehe ich. Männermaschine!
"Sie hält nicht lange durch. Ständig muss ein Monteur raus um sich um die Dinger zu kümmern."
Klar. Wie denn auch.
Welch "echter" Kerl kommt lange mit Frauenkram klar.
Leistung bringen ist kein Problem. Aber dauerhaft?
Weichgespült.
Schonwaschgang.
"Männermaschine."
Ich kann es den zwei Ladies nicht verdenken, dass sie sich prustend von der Maschine abwenden.
Wer braucht schon ein Ding, dass in den entscheidenden Momenten nicht zu gebrauchen ist.
Nicht dauerhaft Leistung bring.

"Aber sie sieht gut aus."
"Glaube mir. Eine Frau würde so etwas nicht kaufen."
Warum denn auch. Welche Frau fällt alleine auf das Styling herein wenn es darum geht sich über Jahre zu binden. Da zählen innere Werte.
Standfestigkeit.


Vom Rosenzüchtling
Die Neue läuft.
Kaum mache ich sie an, wird sie schon heiß. Auch wenn sie schäumt, kaum ist sie auf Touren ist alles vergessen.
Mit kurzem Piepen meldet sie sich:
"Komm zu mir. Alles feucht. Kümmer dich drum."

Kommentare:

  1. Hallo RZ,

    ja, das sind durchaus komplizierte Beziehungen.

    Nach mehreren schlussendlich immer vergeblichen Versuchen wollte ich mit meiner letzten doch dann mal eine längerfristige Beziehung eingehen.
    Doch auch bei ihr musste ich lernen, dass ein solchen Begehren sehr viel Bemühungen meinerseits erfordert.

    Bei einem der Momente, in dem ich dachte, wieder wäre alles vorbei fand ich einen verständnisvollen Meister, der gewillt war sein Herrschaftswissen mit mir zu teilen und mir die notwendigen Handgriffe lehrte. So lernte ich, sie aller ihrer Hüllen zu entkleiden (auch vorne, da hatte ich mich noch nie daran getraut).
    Somit konnte ich endlich ihre ganze innere Schönheit auch komplett bewundern.

    Aus dem Internet lernte ich, ihre geheimen Signale, die sie mir mit kryptischen Signalen und Klagelauten zukommen ließ zu deuten.
    Ebenso ihr zusätzlich solche Fragen zu stellen, die es mir ermöglichte ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und erfüllen zu können.

    Seitdem konnte ich unsere Beziehung des Öfteren wenn auch durchaus mit großen Einsatz bis heute erfolgreich pflegen.
    Verstopfungen, kein Wille zur Bewegung, mangelnde Feuchte haben wir gemeinsam schon überwinden können.

    Und sie dankt mir meine über die normale mehrmalige wöchentliche Fütterung hinausgehende Hinwendung mit einem Strahlen.
    Wird sie doch bei solchen Gelegenheiten auch an den Stellen gepflegt, an die ich normalerweise gar nicht so richtig rankomme.

    Gruß
    Michael

    PS: die Prüftabellen aus dem Internet sind Gold wert

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    1. Manchmal funktioniert es, mit den entsprechenden Griffen alles wieder ins Lot zu bekommen.
      Aber hier ging es nicht.
      Hier fehlte das Gefühl.
      Sie spürte nichts. Sie fühlte nichts mehr von der Qualität.
      Sie verlangte nicht Mehr - obwohl es möglich war.
      Sie brauchte lange, ging irgendwie auf Sicherheit.
      Brauchte doppelt, fast drei Mal so lange um unser Ziel zu erreichen.

      Früher war sie sensibel.
      Egal was war, sie wusste sofort Bescheid.
      Entschied sich um, heizte ein, wollte mehr, wollte feuchter sein.
      Aber was soll subbi machen, wenn sie einfach nichts mehr fühlt?
      Da stoße ich an Grenzen.

      Mich, besser sie darauf einzustellen war nicht möglich.
      Rat von anderen Männern einzuholen kam nicht in Frage.
      Zu teuer, lohn sich nimmer.
      Altes Eisen.
      Weg mit ihr.

      Wer nichts fühlen will ist bald nicht mehr zu hören.
      Mit der Neuen klappt es wieder.
      Hygienisch rein.

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