Dienstag, 19. Januar 2016

Wegepunkt

Sie bestimmt.
Mein großer Wunsch ist es, dass Rose macht was ihr gefällt.
Auf die Art, die ihr beliebt.
Mehr brauche ich nicht für mein Glück.

Das ist der Wunsch.
Bleibt die Realität.
Was, wenn beide sich begegnen?

"Frag! ...bevor du wieder so einen Blödsinn machst!"
Ich kuschelte gerade an Rose. Aber diese Antwort und noch dazu der Ton schreckten mich zurück.
'Warum reagiert sie so heftig?' Das kenne ich von ihr nicht. Zumal der Blödsinn wie sie meint bei weitem nicht so blöd für mich gewesen ist.

Es hatte geschneit. Am frühen Sonntag Morgen schritt ich als einer der Ersten in unserer Nachbarschaft zum Räumen. Nach gründlichem Fegen bestand nun die Gefahr, dass die Nässe überfriert. Den Sack mit dem Splitt hatte ich gefunden. Jedoch nicht den gefüllten Streubehälter, der "an der Treppe" steht. Draußen stand einzig das Salz. Kein Splitt. Also wieder rein? Noch mal suchen? Ach was. Das Salz tuts auch. Wohl dosiert verteile ich zwei Hände voll über den frisch fallenden Puder. Kurz warte ich noch dann sehe ich zwei weiße Stellen verbleiben. Mit dem Besen verteile ich Salzlauge nach dort und ebenso über den Weg. Eine dünne Schicht. So ist das sicher kein Problem obgleich meine Lady Salzen verpönt .

"Ist es Glatt" hatte sie mich beim Kuscheln gefragt.
"War. Ich habe Salz gestreut."

Das war das Ende der Zärtlichkeiten.
Ihr Ton, die Art. Das kann ich nicht einfach übergehen. Das bin ich nicht gewohnt.

Frühstück.
Still sitzen wir uns gegenüber.
Ich denke nach über das was war. Gleichzeitig suche ich nach unverfänglichen Themen. War was im Forum?
Und ob! Oh wie das passt.
Wir entwickeln uns langsam weiter.

Wie geht es subbi, wenn die Realität eintritt, wenn Wünsche plötzlich geschehen.
Ich wünsche mir ihre Dominanz. Aber ich schrecke zurück sobald Rose diese unverhohlen zeigt.
Beleidigt ziehe ich mich in mich zurück.
'Was habe ich ihr getan, dass sie so zu mir ist?'
Zwei Minuten später wird es mir bewusst. Sie tut was ich mir wünsche.
Jedoch erst zwei Minuten später.
Genau zwei Minuten zu spät.

Da nimmt sich Rose ein Herz, macht deutlich was ihr nicht passt und das auf eine Art die sie gerade erst erlernt. Die Art ist nicht neu. Die Dominanz flammt immer wieder auf. Schon früher war sich Blume ihrer bewusst. Aber lange Zeit hat sie gelernt sie zu unterdrücken und nicht herauszulassen. Der Grat zwischen Dominanz und Überheblichkeit war ihr zu schmal.

Was will ich erwarten?
Wie soll sich Rose, wie soll sich ihre Führung entwickeln wenn ich jeden der Schösslinge niedertrete und alle Keime ersticke.
Mir wird bewusst, dass ich es bin, der hier wesentlich mehr lernen muss.
Lernen mich zu beherrschen.
Lernen anzunehmen was kommt.
Lernen Widerspruch zu unterlassen.
Nicht nur mit dem Mund.
Sondern auch mit dem Körper, meiner Gestik und vor allem meiner Mimen.
Die Herrin kennt mich lange genug um alle meiner Sprachen zu verstehen.


Vom Rosenzüchtling
"Das ist das erste Mal, dass du mich heute berührst"
hatte sie gegen Neun am selben Abend zu mir gesagt.
Ja, ich kann Kränken - Und es tut mir so leid.


Kommentare:

  1. Hallo RZ,

    aus meiner Sicht bist du zu streng mit dir selbst.

    Zuerst einmal, Rose hat natürlich Recht. Streusalz kann nur die allerletzte Wahl sein, zumal wenn man selbst einen Hund hat. Ich habe einmal in den 80er Jahren mit meinem Hund erlebt was er an den Pfoten mitmacht, die voll mit Streusalz zu Entzündungen der Ballen führt. Seither steht Streusalz bei mir auf dem Index, ich nutze nur nur noch Alternative wie z.B. Splitt.

    Für mich ist verständlich, dass deine Reaktion erst mal so ausfällt. Im Gefühl alles richtig gemacht zu haben und wahrscheinlich auch ein wenig Stolz auf sich selbst, dass diese Fron am frühen Morgen schon erledigt ist, fällt Kritik (egal wie und egal bei wem und von wem) erst mal auf nicht sehr fruchtbaren Boden. Das ist bei mir genau so.

    Das hat aber meiner Meinung nach an sich nichts mit einer FLR oder Dominanz bzw Führung zu tun. Wohl aber die Reaktion auf längere Sicht, und da meine ich schon den weiteren Tagesverlauf.

    Männern ist wohl zu eigen, dass sie sich sehr schnell in ihr Schneckenhaus zurückziehen wenn sie glauben, ungerecht behandelt oder zu Unrecht kritisiert worden zu sein. Es kommt nur darauf an, wie lange sie im Scheckenhaus verweilen wollen und ob sie aktiv wieder daraus hervorkommen.

    Ich habe lange Zeit das auch so gehandhabt, bin aber immer damit gescheitert. Susanne sitzt da eindeutig am längeren Hebel. Ich habe das nie länger als ein paar Stunden oder maximal einen Tag ausgehalten. Es passiert mir immer noch, nur versuche ich inzwischen die "Sprachlosigkeit" so schnell als möglich zu beenden und dabei auch zuzugeben dass ich (meist) im Unrecht bin. Und selbst wenn ich das Gefühl habe ich wäre im Recht beharre ich nicht darauf. Ich will dann Susanne das Gefühl geben, dass ich zukünftig bei solchen Unklarheiten vorher mit ihr rede (wenn ich die Unklarheit denn als solche erkenne) und versuche gleichzeitig, das aktuelle Problem meiner "Sprachlosigkeit" zu überwinden. Denn dies ist aus meiner Sicht das Schädlichste einer Partnerschaft, nicht miteinander zu reden. Susanne quittiert meine dann fällige Entschuldigung meist mit einem stillen Lächeln. Dann wird mir wieder warm ums Herz.

    Aber bei dir hat die Erkenntnis ja anscheinend nur 2 Minuten gedauert, nur der Weg aus dem Schneckenhaus erscheint sich bis zum Abend erstreckt haben. Also ja an sich alles gut, und Rose hat dir die Chance gegeben das selbst zu erkennen.

    Also mach dir nicht zu viel Sorgen. Ich glaube nicht, dass du Rose gekränkt hast. Sie hat nur auf dich gewartet.

    Mit bestem Gruß
    Michael

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    1. Es sind wirklich meistens wir, die lernen müssen.

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    2. Hallo Michael,

      danke für deinen Kommentar.
      Wie du sicher erkannt hast steht das Salz streuen nur als Beispiel für viele andere Situationen in denen ich nicht funktioniere.

      Vorne weg.
      Rose will, das ich kein dauerkuschender sub werde, auf alles kommentarlos reagiere und ohne eigene Meinung handele.
      Sie will einen Partner an ihrer Seite der sie stützt (ich trage sie auf Händen) der zuhört um das zu tut was sie wünscht. Ohne dabei augenrollend, kopfschüttelnd das Gesicht zu verziehen.

      Ich sende ihr die falschen Signale.
      Sie trägt mir auf das Streu zu nehmen.
      Ich nehme das Salz.
      Sie ist erzürnt. - Wie soll sie reagieren?
      Beginne ich nun zu diskutieren so ist sie in der Lage sich weiter in Dominanz zu üben. Sie hat viele Instrumente mir ihren Willen aufzuzeichnen. Das beginnt schon damit mir den Mund zu verbieten....

      Ihr Problem ist jedoch mein -wie du es nennst- zurückziehen in mein Schneckenhaus. Ich biete keine Angriffsfläche. Schlimmer noch, ich zeige ihr damit ich habe Angst vor dieser Dominanz, ich komme damit nicht klar. Sie verletzt mich innerlich.
      Bullshit zwar, aber das sind die Signale die ich sende.

      Wir sind an einem Wegepunkt angekommen.
      Rose ist bereit weiter zu wachsen aber ich verheddere mich ständig in ihren Dornen.
      Sie will mich nicht unbewusst verletzten und zieht sich deshalb zum Ausgangspunkt zurück.

      Das heißt:
      Wir kommen nicht weiter.
      Ich sähe Zweifel durch die ich nur Missverständnisse ernten kann.
      Nicht meine Fehler sind schlimm.
      Nicht ihre Reaktion darauf.
      Es ist mein Reagieren auf sie.
      Meine Schneckenhauspolitik hält uns hier fest.

      Gruß Paul

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    3. Lieber Paul,
      herzlichen Dank für deinen Blog und für diese Gedanken.
      Ich finde mich in deiner Beschreibung wieder, und erkenne das Schneckenhaus. Ich ziehe mich in solchen Situationen zurück aus Enttäuschung. Darüber, dass ich meine eigenen Erwartungen, ja schlimmer, Ihren Erwartungen nicht entsprochen habe oder konnte. Schließlich möchte ich in meiner Devotheit und Hingabe Ihre Worte hören, richtig verstehen und eigentlich Ihre Wünsche erfüllen bevor diese geäußert wurden. Und es gibt sie immer wieder, die Situationen in denen genau das nicht funktioniert. Noch mehr als Sie bin ich entäuscht von mir selbst, und das überfordert mich. Also ziehe ich mich zurück.

      Meist holt Sie mich dann aus dem Haus. Durch Zuneigung, wie Sie nur eine Herrin verteilen kann, die Sie verschenkt. Meist ist es ein von Ihr diktiertes Innehalten und Berühren. Worte, Geste, Taten die ohne Härte den Weg aus dem Haus zeigen. Sofern Strafe als notwendig erachtet wird, folgt diese später.
      Ich stimme dir zu, meist liegt es an uns. Und gemeinsam mit Ihr, schaffen wir es auch Schritt für Schritt auf dem Weg.
      Bernhard

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    4. Hallo Paul,

      es ist immer leicht, als Außenstehender etwas zu kommentieren ohne dabei gewesen zu sein. Daher sind die folgenden Gedanken auch nur meine Meinung. Und wenn ich falsch damit liege, dass ihr an diesem Tag nur das nötigste geredet habt und euch ansonsten eher aus dem Weg gegangen seid, dann fällt mein Gedankengebäude um wie ein Kartenhaus im Wind, und ich entschuldige mich bei euch beiden bereits jetzt.

      Rose hat dir gesagt, wie sie etwas nicht mehr will, verbunden mit einer klaren Handlungsanweisung für die Zukunft. Das ist das gelebte „L“ in einer guten FLR und es hat meiner Meinung nach nichts mit Dominanz zu tun.

      Wie kann nun Subbis Reaktion darauf ausfallen ?

      Mir kommen 3 mögliche Reaktionen in den Sinn.

      a) Subbi akzeptiert sofort ohne Wiederrede und die Situation ist sofort bereinigt. Das Akzeptieren kann aus 2 Gründen erfolgen. Subbi hat auch in seinen Augen einen Fehler gemacht und sieht diesen auch ein. Alles ist gut (Susannes Spruch *). Im anderen Fall sieht er seinen Fehler / Fehlverhalten nicht, akzeptiert aber ohne Murren sofort. Hier droht aber langfristig dann doch das Abgleiten in ein Handeln ohne eigene Meinung. Und ich gebe dir Recht, das ist keine Partnerschaft mehr, wo er seine Partnerin stützt. Im Gegenteil, er wälzt komplett alle Verantwortung auf die Partnerin ab, ohne sie zu tragen. Zumindest für mich keine Option. Und ich denke (und hoffe) auch für Susanne nicht.

      b) Subbi fängt an zu diskutieren. Aber an sich hier bei der klaren Ansagen in meinen Augen ein klares No-Go. Rose müsste das sofort unterbinden. Und selbst wenn sie sich darauf einlässt, wird das hier zu einem Eigentor, das dann ebenfalls zu Tage tritt („Noch mal suchen? Ach was“). Ich hätte diese Option hier nicht wählen wollen. Denkbar ist sie an sich nur wenn die Ansage "weicher" ausfällt. Ansonsten ist das eine Provokation, bei der dann wirklich Dominanz gefragt ist.

      c) Subbi akzeptiert. Da er sich aber keiner Schuld bewusst ist zieht er sich zurück. Das ist auch meist meine Reaktion. Leider ist hier meist nicht alles gut.

      Wie aber kann nun Rose im letzten Fall reagieren ?

      Sie kann sich das Verhalten sofort verbitten, das ist ihr gutes Recht. Eventuell noch unterstützt mit deutlicher Handschrift. Aber sie kennt dich sehr gut, und sie „liest“ dich vermutlich wie ein offenes Buch. Und ich glaube sie ist so feinfühlig, dass sie merkt wie es in dir innerlich gerade aussieht. Also lässt sie dir deinen Rückzug und wartet ab. Das ist doch wahre Dominanz, denn sie weiß, dass nun ins Grübeln kommst und die Zeit arbeitet für sie.

      Susanne holt mich seltenst aus meinem Haus, und wenn dann meist wenn sie der Meinung ist selbst eine Mitschuld zu tragen. Aber es ist doch überwiegend mein Verschulden, und so braucht sie nur abzuwarten, bis ich wieder den ersten Schritt mache. Ich halte das Schneckenhaus sowieso nie lange aus, das ist für mich ganz schrecklich (die Nichtbeachtung und das aus dem Weg gehen). Aber anscheinend ist das ein Verhaltensmuster, aus dem ich nicht ganz so leicht ausbrechen kann. Aber ich arbeite daran.

      Wirre Gedanken, fürwahr, aber ich muss mir das ab und an immer mal wieder selbst klarmachen, bevor ich den Mund aufmache. Ich hoffe, dass es akzeptabel ist wenn ich das in Form meines Kommentares tue.

      Mit bestem Gruß
      Michael

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    5. Ach ja, der Sternchentext *):
      Bei Sususanne kann das je nach Situation auch heißen: "Schluß jetzt, Ende der Diskussion".

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  2. Hallo Paul,

    bin ein wenig in Zeitdruck (muss packen für morgen früh), würde das gerne noch aus meiner Sicht kommentieren. Vielleicht Montag, wenn ich wieder zuhause bin.

    Bin zwar noch nicht weg, vermisse Susanne aber bereits jetzt (4 Tage).

    Gruß Michael

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