Mittwoch, 9. April 2014

Selbstläufer

Der Tag davor, der vierzehnte Tag.
Schon am Morgen war mir klar, dass Rose sich noch was besonderes holt. Immerhin ging es darum, Spannung für die nächsten sechs Wochen aufzubauen.
Ich war gespannt.

Kurz bevor ich meine Arbeit verließ noch ein Ritual. Auf's Klo, Höschen aus, ab jetzt schwinge ich frei. Zu meiner Verwunderung stelle ich fest:
SEIN Kopf ist feucht. ER schimmert hindurch, wie durch Gelee. Mit dem Finger tippe ich IHN an.
Ein dicker Faden zieht sich ab jetzt von Kopf zu Hand, senkt sich ab, dünnt aus und senkt sich auf den Boden ohne zu reißen.
'Was äh war jetzt das?'

Alles ist voll. ER schwimmt darin. Eingelegt in Aspic. Das hält?
Obwohl ich überlege komme ich nicht darauf, ob ich den Tag eine Minute auf Arbeit an Kinks gedacht habe. Ich laufe einfach nur aus. Überdruck. Ist ja scharf.
Nun muss ich nur noch nach Hause kommen, der Rest findet sich.

Es ist kurz vor Sieben, als wir mit den Kids beim Abendessen sitzen.
Mit "mach mal" und "bring mal" besitzt Rose das richtige Vokabular um mir den Abend bereits schmackhaft zu machen. Nachdem ich machte was sie sagt, räumte ich auf und spülte ich ab um mich für Minuten an den Rechner zu setzen.
Daraus wurden dann Stunden.

Erst kurz bevor die Serie beginnt löse ich mich um meiner Lady noch Gutes zu tun.
"Ich brauche nichts" sagt sie.
Und holt sich dann selbst.
???

"Die Statue der A." Eine mystische Figur. Deren Inhalt nicht hergibt was jeder doch denkt.
Verstehe einer die Symbolik die dahinter steckt.

Derweil sitze ich neben Rose und recherchiere mit meinem Mobile. Ich brauche ein Bild. Von meinem 'Mohnwagenrad'. Doch weder ein Foto noch das Rezept sind zu finden. Dabei weiß ich genau. Ein Foto ist da.

Der Film ist aus.
"Ihr geht ins Bett" sagt sie zu den Kids und macht den Fernseher aus.
Rose macht ernst. Früh ins Bett. Sie hat noch was vor.
"Ich geh schon ins Bett. Du kommst mir gleich nach."
"Ja Lady" bestätige ich und räume schnell auf.
Den Teig noch geknetet, dann gehe ich zu ihr.

Inzwischen liegt Rose bereits im Bett. Die Tagesdecke etwas zur Seite geschoben, ihre Kleider einfach aufs Bett draufgeworfen. Mein Job. Wenn ich vor ihr im Schlafzimmer bin bekomme ich solche Probleme nicht.
Erneut räume ich auf und ziehe mich aus um nun meinen Platz bei Rose zu finden.

Über die gebeugt streichele ich ihr Haar und küsse ihre Stirn. Sanft streiche ich ihren Rücken entlang. Meine Hände fahren auf der Seite zur Hüfte hinab, über den Schenkel zu dem Knie.
Rose liegt nur da.
Keine Reaktion? Sie scheint müde zu sein.
Ich gehe ums Bett. Ich lege mich auf meinen Platz.

Langsam schiebe ich mich vor, berühre ihren Arm, streiche darauf und an ihrer Seite entlang.
"Löffeln."
Ein kurzes knappes Kommando. Was hat sie vor? Wird sie IHN sich nehmen? IHN testen? Am Abend davor noch nach oben treiben?
Während ich mich drehe und nach hinten schiebe fügt sie hinzu:
"Wenn du die ganze Zeit mit dem Handy spielst braucht's ja nicht mehr für dich."
Rose legt ihren Arm um mich, auf meine Brust. Ich legte meine Hand darauf.
Gute Nacht.

Selbstläufer?
Es war schon immer schlecht wenn sich jemand darauf verlässt.


Vom Rosenzüchtling

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