Sonntag, 6. April 2014

Trockenzeit

Eine Woche ohne Besonderheiten. Viel Arbeit, wenig Vergnügen. Wenigstens daheim kann ich mich entspannen. Jeden Abend liege ich an Roses Schulter, in ihrem Arm. Es herrscht Trockenheit. Die heißt es abzuwarten.
Danach kommt die Flut.

"Ich will heute Abend ein Bad" raunzt Rose aus dem Garten hinein.
Sie macht sich gerade kaputt. Das Gartenzeugs ist ihres, für's Grobe hilft heute ein Kid. Ich mache die Dinge im Haus, etwas Wäsche und Kochen. Morgen haben wir keine Zeit.
Am Sonntag beginnt der Tanzkurs, auf den sich Rose vor Monaten freute. Doch heute, ab Tag davor muss sie ja unbedingt in der Garten, buddelnd, pflanzen, umdesignen und den Rücken für morgen kaputt machen.
Ja, sie bekommt ihr Bad. Und eine Massage.
Das ganze Wohlfühlprogramm.

Ich bin mufflig. Bereits den ganzen Tag. Das Aufstehen viel mir schwer. Das Frühstück machte ich mir einfach. Kurz zum Bäcker - einfallslos. Fünfzehn Minuten warten in der Schlange und dann gibt es nicht mal mehr Brezeln? "Kommen gleich, dauert nur zehn Minuten."
"...und die hätte mein subbi auch warten können." Selbst Roses Kommentar prallte am Morgen an mir ab.
Kuscheln davor? Wollte ich nicht. Genau so wenig wie die Stunde davor das Netz zu durchstöbern, Filmchen schauen, Stories lesen. Ich saß nur da und wartete, bis zum Frühstück. Mir war nicht nach irgend etwas.
"Dann brauchst du jetzt auch nicht kuscheln" meinte Rose hinterher.
Wie recht sie doch hat.
Ich war muffelig. Das hielt bis zur Mittagszeit an.

Gegen Fünf fragt ich nach, wann die Lady im Garten fertig ist.
"Mein Rücken ist es schon lange. Ich brauche aber noch eine halbe Stunde."
Damit der Geist kapiert, dass der Körper längst nicht mehr kann?
Ich kümmerte mich nicht darum, sondern fing an das Abendessen vorzubereiten.
Halbe Stunde?
Passt!

Danach Wäsche abhängen und Bad einlassen. Als Badeessenz?
Teufelskralle mit Rückenwohl. Ich hoffe es funktioniert.
Cocktail machen, ins Bad stellen, Kerzen anzünden und Wasser abstellen. Gerade komme ich ins Wohnzimmer, das kommt Rose vom Garten herein.
"Bah! Ich bin fertig. Und erst mein Rücken."
'Ich freu mich auch auf's Tanzen morgen...' "Lady, dein Bad ist fertig."
"Schon?"
"Heiß" antwortete ich nur.
"Dann ist gut."
Rose badet nicht gerne heiß. Jetzt hat sie die Möglichkeit sich Zeit zu lassen oder das Wasser selber auf Temperatur zu kühlen. Wie sie eben will.

Ich kümmere mich derweil um die Wäsche, um's Essen und um den Ofen, damit es gen' Abend angenehm warm im Wohnzimmer ist.
Und während wir mit den Kids vor dem Fernseher sitzen und wie die typisch deutsche Familie dabei essen flüstert mir Rose zu:
"Wir gehen heute nicht so spät ins Bett. Ich will mich heute noch abschießen lassen."
Massage mit Happy End. Mir soll es recht sein.
Es tut mir gut, meine Lady zu verwöhnen.


Die Kerzen brennen. Lavendelduft schwebt durch den Raum im weichen Licht. Das Bett ist mit Badetüchern abgedeckt. Abschießen bedeutet viel Öl.
Sie erst zu massieren, immer weiter nach oben zu schieben, immer tiefer zu gleiten, einzudringen wenn sie es nicht mehr erwarten kann um sie nach endloser Zeit zu erlösen.
'Oh Musik!' fällt mir gerade noch rechtzeitig ein. Wo ist die CD? Gut, die liegt noch drin.
Kaum erklingen die ersten Töne öffnet sich die Türe und Rose kommt herein. Noch mit BH und Slip? Ich dachte, sie wollte...
Sie überreicht mir ihren Schmuck, den ich aufräume um mich gleich darauf ihrem BH zu nähern. Rose wartet ab. Ein Griff, ein Zug. Auf.
"Du hast heimlich geübt."
"Nein Lady. Ich habe niemanden außer dir. Und deshalb kann es nicht heimlich sein."
Sie lacht. Dabei stellt sie sich hin. Im Knien lege ich meine Finger an den Slip, fassen seinen Bund, gleiten darunter und ziehen den Slip hinab.
"Kein Öl an die Muschel. Und kein Öl an den Po" sagt Rose während sie sich hinlegt.
Aber...
Aber wie soll ich sie so zart nach oben bringen, wenn ich dort kein Öl verwenden darf.
Es sei denn, die Lady hat sich anders entschieden.

Mir egal. Ich habe was ich will. Meine Lady unter meinen Fingern und die Teufelskralle in der Hand. Das Fläschchen mit Massageöl hat mir schon oft geholfen, der Lady einen guten Start in den nächsten Tag zu verschaffen. Egal wie unvernünftig sie zu ihrem Rücken war.
So ausgiebig wie lange nicht mehr massierte ich ihre Lende, hinauf bis zur Brust und wieder hinab. Erst gegen Ende - nach gut vier Liedern - fing ich an den Schultern an. Die Arme und den Nacken, dann stand Lied Sechs auf dem Display. Ich verteilte ein zweites Öl auf ihren Beinen. Kurz darauf legte ich mich über ihren Rücken, massierte nochmals ihren Nacken und küsste ihre Stirn.
"Lady ich bin fertig" flüsterte ich in ihr Ohr.
Die ganze Zeit hatte ich keine Anzeichen bei ihr entdeckt, dass Rose mehr als nur die Massage wünschte.
Kein Wunder. Sie war Müde. Kaputt. Nun, durch die Massage ein wenig Entspannt. Sie will nur schlafen.
"Ich kann mich nicht Umdrehen wenn du auf mir liegst" flüsterte sie zurück.
Umdrehen zum Schlafen oder für mehr?

Ich kniete mich auf...


Vom Rosenzüchtling


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