Samstag, 16. März 2013

Nicht Übel

Es geht mir nicht Übel.
Das merke ich an Tagen wie gestern. Der Jüngste wollte früh in sein Bett und der Andere kam übermüdet heim. So hatten wir bereits kurz nach Neun das Wohnzimmer für uns allein.

Ich machte mir Sorgen ob die Frontscheibe gefriert, zog mich im Anschluss aus und Rose zeigte mir, was mir entgeht.
Ganz sanft legte sich ein Finger auf SEINEN Kopf. Erst trippelt er darauf, dann kreist er herum. Er schmiegt sich an, fährt am Rand entlang, legt sich aufs Loch und streichelt das Band.
Noch hält ER stand. IHM wird nicht schlecht. Obwohl sich ein Tropfen zeigt hat ER sich im Griff.

Zu Beginn lese ich einen Prospekt, bis Rose mich so weit hat, dass ich mich nicht einmal auf die Bilder konzentrieren kann.
Kaum klappe ich die Werbung zu legt sie drei Finger auf und massiert nun SEIN Haupt. Doch damit nicht genug, sie beginnt ein Gespräch. Keinen Monolog in dem sie was erzählt.

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Sie fragt mich will wissen, was ich dazu mein.
Worauf soll ich mich nun konzentrieren? Das IHM nicht übel wird oder dass von ihren Fragen nichts versäume, weil es mir sonst übel ergeht.
Es ist hat was Rose gerade treibt, es ist hart, wie ER SEINER Herrin entgegen strebt. Und es ist so weich, wenn ein Tröpfen aus SEINEM Löchlein steigt, über das Bändchen läuft, sich dort löst und einen Faden nach unten spinnt.



Roses Finger nehmen die glänzende Spur, heben sie an und beobachtet, wie sie sich durchzubiegen beginnt, eine Schlaufe zum Boden strebt, mit der Rose nun spielt, über das Köpfchen legt um darauf ein Muster zu spinnen. Es ist faszinierend ihr zuzusehen, bis ihre Hand zupackt, sich um die Bälle legt, sie abschnürt und nach unten zieht, den Schaft umfasst und zugedrückt nach oben fahrt Hinauf und hinab bewegt sich ihre Hand in weichem Takt.




ER zuckt wie wild in ihrer Hand, generiert aus ihren Bewegungen Elektrizität, die ER mir durch den Körper jagt, meine Muskeln verkrampfen lässt. Fast im Sekundentakt zappele ich herum, zeige Rose an, wie gefährlich es wird, was der Strom mit mir macht, wie übel klein rz nun wird und ER sich übergeben muss.

Rose stoppt und schaut mich an.
"Nicht übel, mein Zögling. Du machst das nicht schlecht."
Die Frage, ob ich sie massieren darf verneint sie, jedoch darf ich ihr die Geschichte zu Ende lesen. Auf den Schluss sind wir beide gespannt.

Kaum liege ich bei ihr, packt sie zu. Rose umfasst ihren Schwanz. 'Wird ER bestehen oder sich gelangweilt zur Ruhe begeben?'
Zweigeteilt konzentriere ich mich auf die Geschichte, die ich vorlesen darf und ihre Hand, die das Stück umfasst.

'Es klappt. Da Geht! ER bleibt fest während ich lese.'
Leider verhaspele ich mich oft, stocke im Satz oder lasse Wörter aus, weil mein Blick nach vorne eilt. Weil meine Konzentration unten ist bei IHM, bei ihr, bei SEINER Konsistent.
'Lass IHN, die Lady hat die Geschichte gewählt.'
Und kaum lasse ich IHN gedanklich los lese ich die Geschichte fehlerfrei.

Wunderbar, wie der Mann auf seinen Lady hört, sich den Weg zu ihr bahnt, Schmerzen erträgt um sie zu finden und endlich so zu sehen wie sie wirklich ist. Er hört ihr zu, er hört ihr Lied. Der Mann folgt ihrem Klang, folgt dem was sie sagt und erfüllt ihr den Wunsch wie sie ihn will.
Nein, keine Parabel für mich. Nur die Bestätigung für mein Tun.
Vielleicht war ich früher mal so schlimm, doch das glaube ich nicht.
Es zählt auch nicht was war.
Entscheiden ist ihr klang. Ihre Stimme und ihr Lied. Und die Botschaft die dort enthalten ist.
Nichts ist verschlüsselt gesagt, was Rose meint, das drückt sie auch aus.
Ungeschminkt und direkt.

'Vielleicht will ich... ' hatte sie am Abend gesagt. Vielleicht? Ich verstehe das Wort bei ihr nicht.
Wenn sie will, so bekommt sie es. Will sie es nicht, dann entscheidet sie so.
Ich will nicht dass sie fragte, wenn sie es will. Und ich mag nicht, dass sie begründet warum eben nicht.


Die Geschichte ist aus, ich lösche das Licht.
ER quält mich die ganze Nacht.

Vom Rosenzüchtling

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